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Erst nach über vier Jahren war im November 1918 dieser Krieg beendet. Die Schützen versammelten sich um ihre relativ neue Fahne und brachten die Schießsportanlagen wieder in Ordnung. Schnell versuchte man den Krieg zu verdrängen und deshalb wurde schon 1919 wieder ein Schützenfest in alter Weise gefeiert. Doch andere Sorgen bahnten sich an: Die Inflation der zwanziger Jahre. Wurden 1919 noch 10 Mark für Vogel und Festscheibe gezahlt, mussten 1921 schon 20 Mark und ein Jahr später 100 Mark von den Schützen geleistet werden. 1923, dem Hauptjahr der Inflation mussten am ersten Wettkampftag 40.000 Mark geleistet werden und am nächsten Tag noch einmal 25.000 Mark nachgezahlt werden. Ein Preisschießen fand am 9. September 1923 statt. Hierfür musste ein Startgeld von 2.000.000 Mark je Schütze gezahlt werden. Glücklicherweise war dies im November 1923 zu Ende, so dass der Vogelbeitrag 1924 auf ein Normalmaß von 6,00 Reichsmark zurückgeschraubt werden konnte. Und dieser Beitrag konnte stabil gehalten werden: 1930 waren es mit 7,50 Reichsmark immerhin nur 1,50 Reichsmark mehr. Im Rahmen einer Gebietsreform wurde 1929 Mittelsmoor in die Gemeinde Huxfeld eingemeindet.

1920 schloss sich unser Verein dem „Weser-Aller-Wümme-Verband“ an. In diesem überregionalen Verband war die Wettkampfentfernung 175 Meter, so dass auch der Schützenverein Huxfeld vier Schießbahnen für diese Entfernung errichtete. Aber Streitigkeiten im und mit diesem Verband führten 1924 dazu, dass mit den Schützenvereinen Heidberg-Falkenberg, Lilienthal und Wörpedorf die „Wörpe-Wümme“-Schützenvereinigung gegründet wurde. Diese Vereinigung, die sich mittlerweile auf acht Vereine erweitert hat, besteht noch heute und hat eine besondere Bedeutung für unseren Verein. Alsbald verließ man den größeren Verband und ließ die 175-Meter-Bahnen verfallen. 1936 wurden diese Stände aber zu neuen 50-Meter Scheibenständen umgebaut und das Kleinkaliberschießen eingeführt.

Das Hauptereignis der 20er Jahre war allerdings das 50jährige Jubiläum am 11. und 12. Juli 1926. Teilnehmen konnten hierbei noch drei Gründungsmitglieder: Herr Reinicke aus Lilienthal, Herr Worthmann aus Grohn und Friedrich Struß (oder auch Struhs geschrieben) aus Huxfeld, vermutlich von der alten Hausstelle 25 (heute Nr. 44). Eine große Anzahl Nachbarvereine war zu dem damals großen Festumzug angetreten. Laut eines Presseberichts hatte der damalige Schützenhauptmann Diedrich Warnken sehr viel Mühe, den Festumzug zu ordnen. Begonnen wurde schon um 10.45 Uhr mit dem Antreten zum Abholen des Königs. Nach Festumzug (13.00 Uhr) und Festrede (14.00 Uhr) begann gegen 15.00 Uhr das Scheiben- und Vogelschießen. 3 Stände hatten eine Entfernung von 175 Metern und zwei von 75 Meter. Daneben wurde auf einer Reh-, einer Freihand und vier Meisterscheiben geschossen. Anschließend stand ein Festball auf dem Programm. Und am nächsten Tag ging es um 13.00 Uhr weiter. Erst eine Versammlung der Schützen und anschließend wiederum schießsportliche Wettkämpfe. Abends war dann die Königskrönung, die Preisverteilung und ein großer Festball. Der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Heinrich Schnakenberg aus Meinershausen, ein Schütze durch und durch, wurde Jubiläumskönig.

Die 1929 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise hatte auch Auswirkungen auf unseren Verein. So ging die Mitgliederanzahl zurück und man feierte ab 1930 nur noch an einem Tag Schützenfest. Bei 2.000.000 Arbeitslosen im Reich auch kein Wunder. Diese Zahl stieg bis 1933 auf 6 Millionen und führte zur Machtergreifung der NSDAP. Dem Anschein nach führte dies zwar zu besseren Zeiten, trotzdem hielt man an einen Schützenfesttag fest. Doch der Anschein trog: Sechs Wochen nach dem 1939er Schützenfest brach am 1. September der Zweite Weltkrieg durch den Überfall auf Polen aus, in dem auch einige Mitglieder des Schützenvereins ihr Leben lassen mussten. Nach der Kapitulation 1945, die gleichzeitig die Befreiung von der Diktatur der Nationalsozialisten war, wurde durch die Besatzungsmächte der Besitz von Schusswaffen verboten. Noch vorhandene Waffen mussten an die Besatzungstruppen abgegeben werden und der Schießstand war durch Bombentreffer zusammengebrochen. Damit war an eine Fortsetzung des Schießsports vorläufig nicht zu denken, so dass auch in den ersten Jahren nach dem Krieg kein Schützenfest gefeiert werden konnte. Erst nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 änderte sich langsam die Meinung und führte zum Bewusstseinswandel, dass auch Schützenvereine eine sportliche und traditionelle Berechtigung haben. 

[Text entnommen der Festschrift 125. Jahre Schützenverein Huxfeld aus dem Jahr 2001]